Die Paarberaterin

 



Wenn die Liebe
"überschattet " wird

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Zwiegespräche als ergänzende Selbstbehandlungsform bei Depressionen

Die Depression ist eine Erkrankung, die in der Regel eine Behandlung durch einen Arzt oder Psychotherapeut nötig macht. Die meisten Erkrankungen treten in einem Zeitraum auf, in dem viele Menschen in einer Partnerschaft leben. Erschwerend kommt hinzu: So sehr eine zufriedene Partnerschaft eine günstige Bedingung für die seelische Gesundheit darstellt, so destruktiv wirkt sich eine unglückliche Paarbeziehung auf die Erkrankung aus. Spannungen und Konflikte bilden einen Nährboden für Depressionen. Zwiegespräche schaffen einen wichtigen Raum, in dem nicht nur der Patient, sondern auch dem Partner von Depressiven Beachtung geschenkt wird.

Die Depression ist eine gemeinsame Problematik

Die meisten Symptome der Depression (Niedergeschlagenheit, Motivationsverlust, Schlafstörungen, Libidoverlust usw.) haben erhebliche Auswirkungen auf die Partnerschaft. Sie ist nicht nur für den Erkrankten eine große Herausforderung, sondern auch für den Partner. Untersuchungen sprechen sogar von einem hohen „sozialen Ansteckungsrisiko“, denn ein Großteil der Partner zeigt auch depressive Ausprägungen. Dennoch findet der Partner zu wenig Beachtung, er fühlt sich oft mit seinen Sorgen allein gelassen. Es droht die Gefahr, dass das Hauptunterstützungssystem ins Wanken gerät, die Qualität und Stabilität der Paarbeziehung leidet. Innerhalb des Paares sollte vermieden werden, dass sich eine Rollenaufteilung zwischen „krank“ und „gesund“ manifestiert, beide brauchen Unterstützung.

 Zwiegespräche lernen

Während Menschen mit körperlichem Leidensdruck schnell Kliniken und Praxen aufsuchen, verhalten sich Menschen mit psychischen Problemen genau umgekehrt. Je stärker die Depressivität, Selbstentwertung und Passivität wird, desto ferner bleiben sie dem Arzt. Mit Zwiegesprächen beginnt die Selbstbehandlung. Paare, die bereits Zwiegespräche kennen, lassen durch die Kontinuität der Gespräche einen roten Faden in der Beziehung entstehen. Sie bleiben in einer emotionalen Verbindung. Beide lernen den Umgang mit der Depression und der gegenseitigen Ermunterung, sich nicht zurückzuziehen. Sorgt ein Paar für das regelmäßige Stattfinden der Zwiegespräche, sorgen die Zwiegespräche für das Paar.

Beiderseitige negative Kommunikation

Das Kommunikationsverhalten seitens des Depressiven ist gekennzeichnet durch Vorwürfe, Nörgeln in Form von Du-Botschaften und von abwertenden Bemerkungen. Der Partner ist bemüht, dem Depressiven zuzuhören und seinen Klagen Beachtung zu schenken. Irgendwann jedoch ist auch er überfordert und beginnt die verstehende Haltung abzulegen. Unterschwellig treten zynische und sarkastische Bemerkungen auf. Die Einstellung zum depressiven Partner wird zunehmend negativ eingefärbt. Die Abwärtsspirale verstärkt sich und die Qualität der Partnerschaft wird gemindert.

Ziel der Zwiegespräche:

  • Die Kompetenz, sich zu artikulieren, wird regelmäßig geübt.
  • Sie ermöglichen den Partnern, nicht an der bisherigen Starre festzuhalten.
  • Das Selbstwertgefühl wächst wieder.
  • Bei Rückfällen und erneuten Tiefphasen können die Partner auf die Ressource „Zwiegespräch“ zurückgreifen.